Überlebensmarketing I


(Erstveröffentlichung: Oktober 1995)

Im Artikel "Marketing von Drucksensoren" im KELLER-Messeblatt ´93 wurde definiert:

"Marketing heisst überleben, Überleben sichern. Die grösste Aufgabe eines gesunden Unternehmens ist es heute, den Lebensraum zu sichern. Geht unsere Lebensgrundlage zugrunde, gehen auch die Firmen mit drauf."

Im Buch "In Search of Excellence" werden erfolgreiche Firmen auf ihre Marketing Strategien hinterfragt.

In diesem Artikel gehen wir der gleichen Frage nach. Nur stellen wir die Fragen nicht nach den kurzlebigen Firmengebilden, die jetzt die Szene beherrschen; wir stellen sie nach uns selbst. Wir sind das Produkt von über 50'000 Generationen. Unsere Kultur ist eine der "erfolgreichsten". Warum sind wir hier, mit dieser Kultur. Warum nicht die Nachkommen der Moabiter mit ihrer Kultur und Religion, oder eines der andern Völker, die durch die Hand Gottes in der Bibel vernichtet wurden?

Gleich vorne weg: Es soll in diesem Artikel nicht die Existenz eines Gottes oder der Wahrheitsanspruch einer Religion in Frage gestellt werden. Der Ausgangspunkt ist ein rein pragmatischer, eine aus der Mengenlehre abgeleitete Beweisführung: Wenn 1'000 Mengen (Religionen) die absolute Wahrheit beanspruchen, dann können mindestens 999 Religionen nicht die absolute Wahrheit haben. Jede Religion darf für sich beanspruchen, die eine wahre Religion zu sein.

Die Ausführungen betreffen die Kulturen und Religionen, die uns hier in Mitteleuropa geprägt haben. Wäre der Schreiber in eine andere Kultur oder Religion hineingeboren worden, so würde er diese analysieren und zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.


Der Ursprung des Menschen

"Der Mensch hat alles erforscht, nur sich selbst nicht", ist der Ausgangspunkt des Buches "Der Anfang war das Ende" von Oscar Kiss Maerth (Econ Verlag). Untertitel: "Der Mensch entstand durch Kannibalismus / Intelligenz ist essbar."

Kiss erklärt die Entwicklung des Spezies Mensch am plausibelsten von allen mir bekannten Theorien ohne Einflussnahme einer übernatürlichen Macht. Der erste "Mensch" war, gemäss Kiss, eine Kreuzung eines afrikanischen und eines asiatischen Affen, welcher die seltene Mutation in sich trug, sich innerhalb der Arten der Affen vermehren zu können. Er war immer noch ein Affe, der in Horden lebte, in denen das Gesetz der Herden mit einer strengen Hackordnung gilt. Das Leittier musste sich dauernd behaupten. Der Kampf endete mit dem Tod oder dem Ausschluss des Unterlegenen aus der Herde. Die unterlegenen Affenmännchen, aus der Horde verstossen, sind in fremde Horden eingedrungen und haben dort den Kampf aufgenommen.

Hungrig von dem harten Kampf erlabte sich der Sieger am Körper des Rivalen, als erstes an den warmen Weichteilen. Er biss ihm die Augen aus und saugte ihm die Hirnmasse aus dem Schädel. Der Verzehr eines frischen Hirnes hat(te) zwei Effekte, die heute noch nachvollziehbar sind. Es steigert die Libido und sexuelle Potenz und vergrössert(e) das Gehirn und damit auch die Intelligenz.

Grausames Fazit des sehr sachlich abgefassten Buches: Der Mensch ist das Produkt eines krankhaften Triebes, einer Droge, die sein Gehirn potenziert hat. Der Mensch hat ein krankes Hirn. Die Hirnanlagen des Menschen sind im Affen bereits vorhanden. Der krankhafte Sexualtrieb war die Antriebsfeder zur Menschwerdung.

Die Sprache, die nur der Mensch besitzt, ist nach Kiss "kein Ergebnis einer höheren Intelligenz, sondern ein notdürftiger Ersatz für die verlorene Fähigkeit, sich durch Gedankenübertragung zu verständigen."

Die Thesen von Kiss erklären plausibel das in der Natur einzigartige Sexualverhalten des Spezies Mensch:

Die Menschen sind die einzige Rasse, die sich nicht von hinten begattet. Kiss führt dies darauf zurück, dass die Frauen auf dem Rücken liegend den Eindringlingen nicht entkommen konnten. Eine andere Deutung geht dahin, dass mit der neuen Herrschaft über die Horde auch die Hackordnung der Weibchen neu bestimmt wurde, die Weibchen ihre Reize zeigen wollten, um in der Hackordnung höher zu steigen.

Sie erklären die Lustschreie des Weibchens im Sexakt; es will einen in der Hackordnung höheren anlocken. Sie erklären das unterschiedliche Verhalten der Menschen nach dem Sexakt. Das Weibchen will das Männchen festhalten, um nicht an einen in der Hackordnung tieferen übergeben zu werden. Das Männchen will sofort weg, weil ihn die in der Hackordnung tieferen bedrängen. Wollte er das Weibchen für sich beanspruchen, so musste er aufspringen, um sich und das Weibchen zu verteidigen.

Die Thesen von Kiss erklären die pornographischen Bedürfnisse des Menschen: Die Rangniedrigeren begeilten sich daran, wenn der Ranghöhere zuerst seine Rechte beanspruchte. Sie erklären den Sextourismus: Das Eindringen in entfernte Herden, um deren Frauen zu begatten. Sie erklären den Tourismus überhaupt: Das Erobern und Zerstören fremder Kulturen, heute mit Dollars und Marks. Sie erklären den Kauf der schönen Frauen aus den armen Kulturen. Sie erklären die sinnlose Vernichtung ganzer Tierspezies, weil deren Flossen oder Hörner potenzanregend sein sollen. Sie erklären auch unsere Wünsche nach Erfolg bei den Frauen. Berühmtheit und Geld sind die Surrogate, die den Erfolg begünstigen. Sie erklären die Frage, die an den Unternehmer zuerst gestellt wird : "Exportieren sie?" ("Können sie fremde Märkte (Stämme) erobern?")


Von den Horden zum Stamm und Volk

In der Horde herrschte das Gesetz des Stärkeren, mit klarer Hackordnung aller Hordenmitglieder.

Das erste Ziel war zu überleben, sich abzusichern gegen andere Horden. Aus den stärksten und fruchtbarsten Horden haben sich Gruppen von Männern abgespalten, sind in fremde Horden eingedrungen, haben die Männer getötet und mit den Frauen neue Horden gegründet. Irgendwann fielen Horden in blutsverwandte Stämme ein. Es kam zum Brudermord.

Der Brudermord steht am Anfang der Schöpfungsgeschichte, die, gemäss Kiss, 50'000 Jahre alt ist und von mesopotanischen Menschengöttern verfasst wurde. Der Brudermord wird von einer allgegenwärtigen Macht registriert und verurteilt. So haben sich blutsverwandte Horden zu Stämmen zusammengeschlossen.


Religion und Kultur als Marketingkonzept für das Überleben

War der Brudermord ausgeschlossen, so waren den Urvätern alle Mittel recht, um das Überleben zu sichern: Abraham gibt seine schöne Frau Serai in Ägypten als Schwester aus und gibt sie dem Pharao zur Frau, um zu überleben.
Jakob, der Urvater der 12 Stämme, Enkel Abrahams, listet seinen Bruder Esau um das Erstgeburtsrecht aus.
Juda, der Sohn Jakobs, hat drei Söhne. Der Älteste, Er, bekommt Tamar zur Frau und stirbt. Der zweite, Onan, lässt den Samen zur Erde fallen (Onanie), weil das Kind nicht als sein eigenes anerkannt worden wäre. Gott bestraft ihn mit dem Tode. Den dritten, Schela, trifft das gleiche Schicksal.
Nun ist Tamar ohne Ansehen und mit ihr ein ganzer Stamm Jakobs ohne Nachfolge; Tamar verkleidet sich zur Hure, gibt sich unerkannt dem Schwiegervater hin und sichert so dem Stamm der Judäer, dem Jesus entstammt, die Fortpflanzung.

All dies ist aufgezeichnet im Buch Moses.

Moses führt einen wilden Haufen durch die Wüste, jeder hat seinen eigenen Gott, alle huren und stehlen. Als der Haufen nicht mehr kontrollierbar ist, zieht Moses für 30 Tage in die Berge und kommt mit den 10 Geboten zurück: "Ihr sollt nur einen Gott anbeten; dieser Gott hat mir die Gebote gegeben. Ihr sollt kein falsches Zeugnis ablegen. Ihr sollt nicht stehlen, nicht begehren des nächsten Weibes." (alles Ursachen von Streitereien unter dem fahrenden Volke).

Und Moses teilt die Menschen auf in gut und schlecht. Gut ist, wer die Gesetze hält und seine Naturtriebe unterdrückt; schlecht, wer die Gesetze bricht. Der Gute wird von Gott belohnt, dem Schlechten droht die Strafe Gottes über Generationen.

Die Gebote werden zu einem langen Gesetzesbuch erweitert, und das Hirn des Gläubigen wird fortan mit diesen Gesetzen vollgestopft. Er wird von Kindsbeinen an die Erfahrung machen, dass das Erlernen und Befolgen der Gesetze Belohnungen bringen und ein Urbedürfnis, die Stammeszugehörigkeit, sichern.

Unter grösste Strafe wird die Versündigung gegen den Geist gestellt, also die Infragestellung der Legitimation der Führer von Gottes Gnaden. Mit Gottes Legitimation darf alles gemacht werden. In der Bibel werden Kulturen und Völker zu Dutzenden durch das Schwert Gottes ausgerottet. Als ein Stamm des auserwählten Volkes ohne Land war, wurde ein fremdes Volk ausgewählt, das man problemlos überfallen konnte (Richter 18/22): "Und sie fielen über ein Volk, das ruhig und sicher wohnte und schlugen es mit der Schärfe der Schwerter und verbrannten die Stadt mit Feuer. Und es war niemand da, der sie errettet hätte. Dann bauten sie die Stadt wieder auf und wohnten darin."

Kamen die Judäer in ein Gebiet, das schon bewohnt war, so befahl ihnen ihr Gott, möglichst schnell die Herrschaft über das Land zu übernehmen und das Urvolk zu vertreiben. In Richter 1/27: "Die Israeli kamen als kleine Gruppe unter die Kanaaniter und lebten unter ihnen. Als aber Israel mächtig wurde, machten sie die Kanaaniter fronpflichtig, vertrieb sie aber nicht." Und so lebten mehrere Stämme friedlich beisammen, bis der Engel des Herrn erschien: "Ihr sollt keinen Bund schliessen mit den Einwohnern und ihre Altäre zerbrechen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht."

Andere Völker mit ihren Religionen waren offenbar nicht so rassenfeindlich, was ihnen als grosse Dummheit vorgeworfen wird. Die Judäer lebten 300 Jahre friedlich als Gäste unter den Amonitern. Als sie zu Macht kommen, vertreiben sie die Amoniter aus dem Lande, mit der Rechtfertigung an den König der Amoniter:

Richter 2.2.: "Du sollst das Land derer einnehmen, die dein Gott Kemosch vertreibt, uns dagegen das Land derer einnehmen lassen, die der Herr unser Gott vor uns vertrieben hat." und "Warum habt ihr sie (die Judäer) nicht mit Gewalt genommen in dieser Zeit?" (als ihr stärker wart) / (Richter 11/26).

Es soll hier dargestellt werden, dass in allen Gebieten dieses Planeten hunderte von Kulturen und Religionen im Überlebenskampf standen, dass nur jene Völker überlebt haben, wo eine höhere Macht die egoistischen Bedürfnisse des Einzelnen auf ein höheres Ziel leitete, die Stämme zu Völkern zusammenschmiedete, die den Stämmen und kleineren Völkern im Kampf überlegen waren.

Der Gottesbeweis, dass alle Völker dieser Erde einen Gott in irgend einer Form anerkennen, muss vom Marketing-Standpunkt so formuliert werden: Nur jene Horden haben Völker gebildet, die eine übernatürliche, moralische Instanz einführten. Unter den Religionen haben nur die überlebt, die den Absolutheitsanspruch an die Wahrheit stellten, und, für unsere mitteleuropäischen Kulturen, im Gegensatz zu den östlichen Kulturen, die brutalsten waren.

Moses muss im Marketing-Jargon als der genialste Stratege bezeichnet werden. Es gelang ihm eindeutig am besten, die aggressiven Kräfte und Urtriebe nach innen zu zähmen. Gegenüber Fremden war er zu nachsichtig: "Fremdlinge sollst Du nicht bedrücken, denn ihr seid in Agypten auch Fremdlinge gewesen." (Moses 2.22.20)

Das Buch der Richter hat dies korrigiert und die aggressiven Kräfte mit aller Brutalität nach Aussen freigelegt. In Richter 7 muss Gideon aus einer Schar von 5000 Kriegern 300 auswählen. Er führt sie zu einer Wasserstelle und der Herr sprach zu Gideon: "Wer mit seiner Zunge Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle besonders. Da war die Zahl derer, die geleckt hatten, 300. Alle andern hatten kniend getrunken, mit der Hand zum Munde. Die 300, die geleckt hatten, wurden auserwählt, die Medianiter zu schlagen."

In den folgenden Büchern des alten Testamentes wird das System perfektioniert, und der Umstand, dass eine Einheit Volk/Religion 3'000 Jahre überlebt hat und heute wieder einen Religionsstaat bildet, ist geschichtlich gesehen eine einmalige Marketing-Leistung.

Hier hinein fällt der Gedanke eines Philosophen: "Millionen liessen sich im Holocaust widerstandslos zur Schlachtbank führen, um einem Kern das Überleben zu sichern, zudem die ganze "zivilisierte" Welt in Scham gegenüber den Juden versetzt hat, die jede Kritik im Keime erstickt und den Kritiker zum Rassisten stempelt, was dem auserwählten Volke erlaubt, neue Strategien zu entwickeln. Die Strategie, sich unter die Völker zu mischen und die Macht über das Kapital zu gewinnen, ist gescheitert, weil nicht damit zu rechnen war, dass es eine Macht geben könnte, die der Brutalität des Schwertes des Herrn nicht nachstand."

Auf den Gesetzen Moses und dem alten Testament basieren die christlichen und mohammedanischen Religionen, die expansivsten und erfolgreichsten Religionen dieser Erde. Sie haben die Methoden von Moses zur Zähmung der Urtriebe des Menschen übernommen.

Eine grosse Gefahr birgt dieses Marketingkonzept in sich: In all diesen Kulturen ist eine Auswahl durch Züchtung eingetreten. Stammesmitglieder, die den Gesetzen nicht gehorchten, wurden eliminiert, Frauen, des Ehebruches überführt, gesteinigt, Deserteure hingerichtet, Dieben die Hand abgeschlagen, was sie kaum zu potentiellen Vätern machte.

Gleichzeitig mit dem "Abschaum" wurden auch die positiven Führungseigenschaften, so das Querdenken, eliminiert. Die Führer der Völker und Kulturen kennen den Ursprung und den Sinn der Gesetze nicht mehr. Sie werden zu Verwaltern der Testamente, ohne selbst die Fähigkeit zu besitzen, um auf Probleme, die die Verfasser des alten und neuen Testamentes nicht voraussehen konnten, zu reagieren.


Das Christentum

Die Gesetze des Moses wurden vom Christentum übernommen und mit einigen genialen Marketing-Prinzipien erweitert. Das "Prinzip Moses" des auserwählten Volkes mit restriktiven Regeln für die Einbeziehung fremder Elemente zur Blutsauffrischung war der Ausweitung zu einer Weltreligion hinderlich. Stand im Alten Testament das Volkswohl im Mittelpunkt, antwortete das Christentum mit dem Gebot der Nächstenliebe und dem Verheiss: "Jeder der mich liebt, den liebt der Vater". Das Individuum wird als Geschöpf Gottes in den Mittelpunkt gestellt; ein Marketing-Prinzip, das dem Kapitalismus den Boden vorbereitet hat.

Gott selbst nimmt das geschundene Leben in seine Hände. Es gibt eine absolute Macht, ohne deren Wissen kein Haar auf dem Haupt gekrümmt wird, und die Peiniger sind dieser gleichen Macht unterstellt. Gott macht sich zum Menschen mit all seinen Nöten und Trieben und opfert seinen eigenen Sohn. Das ist so genial, dass es nur einem Gott einfallen kann. Moses hatte Abraham schon eine Lektion erteilt, indem er das Opfer seines Sohnes Isaak verlangt. Der Bruttrieb in der Führungsbestimmung ist der Vermehrung des Volksheils nicht förderlich. Mit der zentralen Position des Individuums bekommt dieses Opfer eine andere Bedeutung.

Den Kannibalismus hat das Christentum aufgefangen mit der Verheissung: "Das ist mein Fleisch, das ist mein Blut".
"Durch den Verzehr dieser materiellen Substanzen sollen geistige Vorteile entstehen" (Kiss Seite 234).

Trotz Individualisierung, die Schicksale der Einzelnen haben sich weiter den grossen Heilsplänen unterzuordnen. Hier fällt der erschreckende Gedanke des schon erwähnten Philosophen ein, die Strategie der katholischen Kirche mit der Geburtenregelung steure unbewusst auf die durch die Überbevölkerung bevorstehenden katastrophalen Leiden hin. Grosse Katastrophen und Leiden treiben die Leute erfahrungsgemäss in die Fittiche der Kirchen.

Grossen Imperatoren haben für die Heilspläne Nationalismen eingesetzt. Für die Verbesserung der Hackordnung einer Rasse oder einer Nation werden von Alexander dem Grossen, über Cäsar, Karl dem Grossen, Napoleon und Hitler die Menschenleben zu enthusiastischen Opfern eingesetzt.


Philosophie im Gehege der Dogmen

Je expansiver die Kulturen und Religionen, desto repressiver wurde die Absolutheit der Wahrheit gehütet. Gottlosigkeit wird in allen Kulturen und Religionen mit dem Tode bestraft. Und auch die Philosophie muss sich in den Gehegen der Religionsdogmen bewegen. Das gilt auch für die westlichen Kulturen. Der letzte grosse Philosoph, der wegen Gottlosigkeit zu Tode verurteilt wurde, war Sokrates. Platon, sein Nachfolger, und nach ihm alle religionskritischen Philosophen wollten leben und verkleisterten ihre Erkenntnisse in komplizierte Extrakte, so dass sie für das gemeine Volk nicht erfassbar waren.

Erst wenn ein Philosophe wie Marx bedeutend wurde, wurden Sätze wie "Religion ist Opium für das Volk" aufgebauscht. Es muss als der grösste Marketingfehler von Marx' Erben eingeschätzt werden, dass sie den realen Sozialismus nicht auf dem Evangelium und der christlichen Religion aufgebaut haben, z.B. auf der Apostelgeschichte 4.32: "Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele. Auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, es war ihnen alles gemeinsam. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte." Die Geschichte wäre anders verlaufen, wenn der Kapitalismus nicht die Schützenhilfe der Kirchen zur Bekämpfung des Kommunismus gehabt hätte.


Die Anfänge des Kapitalismus

Die Religion als Mittel der Mächtigen, ihre Macht zu sichern

"E pure si muove"
Kein Satz hat die geistige Vorherrschaft des Papstums so angekratzt wie der berühmte Satz von Galileo Galilei: "Und die Erde bewegt sich doch".

Kopernikus hatte in Deutschland die Grundlagen zum Sternensystem entwickelt und diese, wieder verkleistert, als theoretisches Extrakt veröffentlicht. Aus diesem Extrakt hat Galilei die Weltumsegelung prophezeit, was auch dem einfachen Geiste klar machen musste, dass die Welt rund ist. Auf Druck von Rom musste Kopernikus später öffentlich seine Thesen widerrufen. Überleben ist alles. Als dann die Welt umsegelt wurde, musste Rom ein Dogma berichtigen. Seither werden nur noch nicht nachweisbare Glaubensätze in den Katechismus aufgenommen. Doch das Image des Unfehlbaren war lädiert.

Zur selben Zeit hatten sich in deutschen Landen Fürsten verselbständigt. Das Prinzip der geistigen Macht in Rom und des Königs nach Gottes Gnaden war da eine Gefahr für ihre Berechtigung. Da kamen die revolutionierenden Pfaffen wie gerufen, eine neue Religion zu gründen, deren Hauptzweck es war, die Macht des Papstes auszuschalten um ihre eigene Macht nicht durch einen Bannspruch zu gefährden. Zugleich verfeinerten die Reformatoren die Kontrolle über das Volk, indem sie es mit strengen, sittlichen Vorschriften belegten; ein Marketing-Prinzip, das die Päpste erst später übernommen haben.

Es hat den Schreiber immer wieder verwundert, dass vor der Reformation selbst Maria mit freiem Busen dargestellt wurde. Die katholische Kirche mit der Sündenvergebung hat das Prinzip über die Jahrhunderte hinweg perfektioniert. Vermehrt wurden Sexualgesetze aufgestellt, die niemand mehr einhalten konnte. Da nur der Priester die Gläubigen von der Todsünde befreien und vor der Verdammnis bewahren konnte, war man in einer starken Abhängigkeit zu der Kirche.

Die Fürsten waren sich des Wertes dieser Strategie voll bewusst: "Quod licet Iovi, non licet Bovi" (was dem Herrscher ziemt, ziemt dem Ochsen noch lange nicht), war die Devise. Calvin, der Exponent sittlicher Strenge, fand Gehör im aufstrebenden Bürgertum in Genf mit seiner These von der Vorherbestimmung des Menschen zu Seligkeit oder Verdammnis, eine Projektion der fürstlichen Einstellung der Zweiteilung in Viehvolk und Auserwählte, und mit der These: "Der Grad des göttlichen Heils ist im diesseitigen Leben am wirtschaftlichen Erfolg abzulesen"; die göttliche Rechtfertigung der kapitalistischen Ethik oder "Unethik".

Heinrich VIII von England erkannte den immensen Wert dieser Strategie, führte den Calvinismus ein, erklärte die Kirche zur Staatskirche und sich selbst zum Oberhaupt der Kirche.

Das System hielt über 400 Jahre.

Es hat den Schreiber dieser Zeilen, in streng katholischem Glauben von einer starken KKK-Mutter (Kinder, Küche, Kirche) erzogen, immer wieder erstaunt, wie der 2'000-jährige Einfluss der Kirche auf das Viehvolk, zu dem er sich zählt, innert einer Generation in unseren Breitegraden praktisch ausgeschaltet wurde. Welche Marketing-Prinzipien des heutigen Gesellschaftssystems haben diesen Umschwung in so kurzer Zeit bewirkt? Das Argument, dass der Mensch mündig geworden sei, ist dürftig, obwohl es in vielen Kreisen verfängt. Der Mensch ist das Produkt von über 50'000 Generationen. Dass innert einer Generation ein solcher Wandel stattfindet, widerspricht jeder Entwicklungstheorie. Die Anlagen der Menschen sind die gleichen wie zu biblischen Zeiten. Im Gegenteil, der Zuchteffekt hat die Fortpflanzung der manipulierbaren Braven begünstigt.


Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung ist die Falle

Die katholische Kirche blockt dieses Bedürfnis im ersten Satz des Katechismus ab: "Es ist die Bestimmung des Menschen, auf Erden Gott zu dienen, um nach dem Tode in den Himmel zu kommen." Basta. Im Himmel werden die Belohnungen und Anerkennungen ausgesprochen, auf die wir hier verzichten. Der Brave wird in der Hackordnung ganz oben stehen. Dem kapitalistischen System ist dies nicht eben förderlich. Die Belohnungen für seine Mühen soll man sich in diesem Leben schon erfüllen. Reichtum und Schönheit, die Voraussetzungen für die Erfüllung der menschlichen Wünsche, werden durch Werbung und Fernsehen in die Gehirne suggeriert. Vor dieser täglichen Berieselung von einigen Stunden musste die Sonntagspredigt bald kapitulieren.

Wenn die Fürsten des Mittelalters sozusagen die ersten Kapitalisten waren, indem sie religiöse Herrschaft für sich ausschalteten, dem Volke aber wieder gnadenlos auferlegten, so hat sich dieses Prinzip über den Industrialismus bis zur heutigen Gesellschaftsform immer weiter ausgedehnt. Vor allem die katholische Lehre hat den Boden dafür bestens vorbereitet. Sie war ein Selbstbedienungsladen, bei dem es für alle Ängste, Leiden und Wünsche Litaneien von zuständigen Fürsprechern im Himmel gab. Das kapitalistische System brauchte nur den Christopherus, Schutzpatron der Reisenden, mit dem Airbag und die vielen Heiligen für verschiedene Krankheiten mit der Medizin zu ersetzen. Die höhere Erfolgsquote der neuen Technik war offensichtlich.

Der Mensch wird zur ökonomischen Einheit degradiert. Weil er nicht erreichen kann, was ihm suggeriert wird, wird er unzufrieden und hässlich. Und weil er dies spürt, will er es immer mehr durch Macht und Geld kompensieren. Ein Teufelskreis. Und der Mensch rächt sich an der Natur, indem er sie sinnlos zerstört, weil sie ihn stiefmütterlich behandelt hat, weil er sich nie mit den schönsten Exemplaren des Spezies Mensch, die ihm täglich auf dem Bildschirm präsentiert werden, vergleichen kann.

Und die Führer und Bestimmer dieses Systems sind in dem Kreise genauso gefangen. Neurotisch sammeln sie Geld und Macht, um in der Hackordnung nach oben zu klimmen. Ob es um einen Platz in der Politik- oder Firmenhierarchie, um die Hackordnung der reichsten Schweizer oder Weltbürger geht, immer wird mit der gleichen Verbissenheit um jeden Platz gekämpft. Die Plätze verteilt das bis anhin bevormundete Volk als Stimmbürger, als Güter- oder Fernsehkonsument. Demokratie ist die heilige Kuh, deren Infragestellung, wie in jedem absoluten System, einem Staatsverbrechen gleichkommt.

Die Demokratie in ihrer heutigen Form ist noch keine hundert Jahre alt. Wahrlich kein biblisches Alter. Und diese kurze Zeit hat uns an den Rand der Selbstvernichtung gebracht. Es wird höchste Zeit, darüber nachzudenken.


Das System hat System

Um das System durchzusetzen, mussten erst die Bewahrer der alten Werte korrumpiert werden. Als erstes war es der Bauernstand, bei dem die Werte Religion, Vaterlandsliebe, Liebe und Sorge zur Natur am meisten verwurzelt waren. Sie wurden vom System gehätschelt und übermässig belohnt. Mit Chemie, Massentierhaltung und Hormonen liess sich der Traum vom eigenen Auto und dem Urlaub auf Mallorca schneller verwirklichen als mit dem Segen Gottes. Ein Teil von ihnen wurde über Nacht zu Millionären, indem sie, ohne wirtschafliche Leistung, ihre Böden zu horrenden Preisen verkaufen durften, Preise, die die Masse der Arbeitnehmer abstottern muss. Die Rechtsanwälte, die neuen Priester des Systems, die auch die Politik bestimmen, sahnen tüchtig ab und stützen das System tatkräftig mit. Bald haben die Bauern ihre Schuldigkeit getan und müssen abtreten, ihrer Glaubwürdigkeit und ihres Stolzes beraubt und ohne Existenzgrundlage.

Die zweite wichtige Gruppe sind die Frauen, die, etwa in Schillers Bild von der Stauffacherin, zu den Bewahrerinnen von Recht und Unrecht stilisiert wurden. Wieder wird eine privilegierte Gruppe durch die Erbschaftsgesetze über Nacht zu Millionärinnen. "They were crying all the way to the bank", sagt man in Amerika, wo über 70% des frei verfügbaren Kapitals in der Hand von Frauen liegt und weniger als 1% davon selbst erarbeitet ist. Wollen sie zu Lebzeiten des Mannes an die Pfründe, so treiben sie mit nicht zu verachtenden Waffen den Ehemann in einen anderen Hafen, was ihnen die Hälfte des erarbeiteten Vermögens einbringt. Die Frauen, die die Natur nicht mit den erforderlichen Reizen für das eine oder andere ausgestattet hat, plädiert für gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Anteilnahme an den Töpfen, die die Demokratie und die Wirtschaft zu vergeben hat. Sie drängeln in die Hackordnungsreihe der Männchen und beanspruchen Spezialbehandlung.

Die Frauen werden es nicht gerne hören, aber sie sind der Treibstoff in der Teufelsmaschine, die uns in die Selbstvernichtung treibt. Die Hackordnung wurde in den Horden von den Männchen bestimmt. Sie konnten ein Weibchen auswählen oder auf Nachwuchs verzichten. Da es seine Wahl ist, ist es damit auch zufrieden. Das Weibchen konnte ohne Männchen nicht überleben und muss(te) nehmen, was sich bietet (bot). Wenn für die Kulturen gilt, dass nicht die friedlichen überlebt haben, gilt dies auch für die Weibchen. Es haben die überlebt, die Listen entwickelten, ein Männchen an sich zu fesseln. Haben sie ein Männchen ergattert, das über ihrem Hackordnungsrang steht, ruft das andere Weibchen auf den Plan. Haben sie in der Hackordnungsstufe tiefer gegriffen, so lassen sie es den Mann täglich wissen. Der will in der Hackordnung zu ihr aufsteigen und will es mit Geld und Macht kompensieren. Er schafft ihr alle möglichen Maschinen und Apparate her, die die Umwelt belasten, ihr viel freie Zeit für die Selbstverwirklichung geben, was meist in Frustration endet, für die natürlich wieder der Mann verantwortlich ist. Der Einzug in eine eigene Wohnung heizt die Konjuktur wieder an. Dass ihre Frustration und als Folge davon das Scheitern der meisten Beziehungen ganz im Interesse des Systems ist, ist zuviel an Denken verlangt. Das schlechte Gewissen der Frauen fängt das System locker wieder auf mit Abfallentsorgungsstellen, die mit dem Zweitauto angefahren werden.

Weitere Gruppen, die vom System profitieren, sind Zahnärzte (Stammwähler der liberalen Partei in Deutschland, die keine Eingriffe des Staates in die wirtschaftlichen Marktkräfte auf das Banner geschrieben hat), deren Arbeiten zu 90% von Zahntechnikern ausgeführt werden könnten, vom Staat aber daran gehindert werden; Ärzte, Psychiater und Anwälte, die von der Krankheit des Systems profitieren. Und je mehr Gruppen von einem System profitieren, um so mehr wird es gefestigt. Die Jugend, immer als Hoffnungsträger für die Zukunft aufstilisiert, sie kann nicht warten, sich an den Fleischtöpfen, die das System zu vergeben hat, zu beteiligen. Numerus Clausus für Medizinstudenten ist die Folge, obwohl wir am Gesundheitssystem langsam ersticken. Früher haben sie in diesem Alter noch revolutioniert. Das System ist schon fast perfekt geworden.

Die Demokratie ist zum Selbstbedienungsladen verkommen. Die Führer sind reine Interessenvertreter geworden. Gewählt werden die, die die Neurosen und Unzufriedenheiten der Wähler am besten vertreten.

Im Geschäftsleben hat sich eine noch fatalere Entwicklung eingeschlichen. Es wird geschummelt und bestochen, was das Zeug hält, zum Vorteil einiger weniger und auf Kosten der Firma und deren Mitarbeiter. Im biblischen Sinne die zweitgrösste Sünde, wenn jemand durch sein Handeln dem eigenen Stamm Schaden zufügt. Berüchtigt dafür ist die deutsche Automobilindustrie. Das Resultat: Das hochentwickelte Deutschland hat in Autozubehörteilen eine gegenüber Spanien nur halb so grosse Produktivität und eine um Faktor 2,5 höhere Ausfallrate. Die Folge davon werden Massenentlassungen und einige Villen für ein paar Neurotiker sein, die in der Schule gehänselt wurden.

Wir stehen wieder vor dem gleichen Saubannerzug, den Moses durch die Wüste geführt hat. Wir beten das goldene Kalb an. Der Mensch, seit 3'000 Jahren durch die Gesetze Moses, Christus, Buddha und anderer zu grossen gesellschaftlichen und kulturellen Errungenschaften befähigt, ist plötzlich ohne geistige Führung. Der Konsumerismus appelliert an die primitivsten Instinkte, um die Ware loszuwerden. Die Stämme sind wieder zu Horden verkommen, die das Schicksal ganzer Gruppen in ihrem Stamme kalt lässt, sie ausschliesst und ausbeutet.

Marketing heisst überleben, Überleben sichern. Es gibt in unserem System kein Marketing-Prinzip. Wir zerstören die Grundlagen unserer Existenz, und keine Politik zeigt heute nur ansatzweise Tendenzen, ein Überlebensmarketing in das Parteiprogramm aufzunehmen. Gorbatschow war unsere letzte grosse Chance, der die weltliche Macht dazu besessen hätte. Ein guter Mensch, der an das Gute im Menschen glaubt und der der Theorie vom weisen Volke aufsass. Heute blutet die Mafia das Land weit mehr aus als die ehemaligen Kommunisten. Die Horden und Nationalismen zerstören das Land, die Bürger sind ihres Glaubens und ihres Stolzes beraubt und Gorbi kriecht von Fernsehstation zu Fernsehstation und buhlt um die Gunst des Publikums. Naives Marketing, dessen Wirkung in zweifacher Weise katastrophal ist, weil es das kapitalistische System noch bestätigt hat. Das Schlechtere ist der Freund des Schlechten.

Woher soll hier Hilfe kommen?


Religiöse Führung

Das Papstum ist eine Dynastie, die 2000 Jahre überlebt hat. Es hat heute die geistige Führung über eine Milliarde Menschen. Das Auswahlverfahren für die Papstnachfolge hat in der Geschichte immer wieder entscheidende Wendungen herbeigeführt. Sie wird durch die sich häufenden Sexual-Affären immer unglaubwürdiger und verliert an Einfluss. Neurotische Repräsentanten werden zu Hirten gekürt, von denen kein Mensch mehr geführt werden will. Das Marketing-Prinzip muss geändert werden, will die Kirche nicht zur Farce verkommen. Die Geschichte lässt sich nicht umdrehen. Die Kirche könnte wieder unendlichen Einfluss gewinnen, wenn sie die Genesis nach Kiss auslegen würde, eine Sexualität propagieren würde, die von der Achtung und den Nöten der Mitmenschen bestimmt würde, die Sexualität des Menschen annehmen und mit menschlicher Intelligenz zu bändigen lehrte. Der Papst steht kurz vor der Vollendung seines Lebens. Das Gebet ist eine grosse Macht. Alle müssen jetzt beten, dass die Kardinäle von einem neuen Geist beseelt werden.


Weltliche Führung

"Der Ehrliche ist der Dumme" betitelt Ulrich Wickert sein Buch, das den Verfall der Sitten in Politik und Wirtschaft beschreibt. Das Buch "Die Abzocker" von Bräuninger und Hasenbeck schlägt in die gleiche Kerbe. Die Bücher sind Bestseller, aber bewirken werden sie eher das Gegenteil. Keiner will sich für dumm verkaufen, und wer diese Bücher liest, muss sich fragen: Wenn sich alle am Staate und der Gesellschaft bedienen, warum soll ich es nicht tun?

Dies krankt an der biblischen Aufteilung zwischen gut und schlecht und der daraus folgenden Verurteilung: Der Mensch ist nicht gut oder schlecht. Der Mensch ist auf Überleben für sich und seine Brut programmiert. Und er wählt die Taktik, die sein Überleben sichert und seinen Hackordnungsrang verbessert. Wer kann es einem Albaner verübeln, der keine Chancen für sich und die Familie sieht, wenn er sich in den Drogenhandel einlässt? Joseph Kennedy, der Vater des Clans, soll ähnliches aus geringerer Not getan haben. Sein Sohn Robert hat Jimmy Hoffa bis auf´s Blut bekämpft, ein Mann der mit kriminellen Methoden für seine Teamster mehr herausholen wollte und nicht nur für seinen Nachwuchs. Trotzdem, der Fall Kennedy sollte als Modellfall in Betracht gezogen werden. Viel Macht und Geld liegt heute in den Händen der Mafia. Sie kontrolliert die Wirtschaft und die Politik. Ihr Einfluss sinkt zur Zeit, weil kleine Bosse den Westen überschwemmen. Sie kann die Szene nicht mehr kontrollieren. Der Staat ist, auch wenn dessen Vertreter eine Änderung wollten, machtlos und kämpft mit ungleichen Waffen.

Es wäre gutes Marketing der Bosse, dass sie sich jetzt mit dem Erreichten zufrieden geben, die Politiker zur Drogenfreigabe bewegen um den Wildwuchs der Mafia zu stoppen, ihre Macht und ihren Nachwuchs nach Kennedy-Muster zu einer sozialen Überlebenspolitik verpflichten. Die Welt wird es ihnen danken, wie sie es Kennedy gedankt hat, der die Intelligenz dazu besass.

Die grossen Änderungen in der Geschichte, auch die positiven, sind nicht von braven Prinzen wie Charles bewirkt worden, sondern Machern wie dessen Vorfahren, die die naiven Führer, nicht immer mit christlichen Mitteln, aus den Schalthebeln der Macht katapultierten und das Land zu neuer Grösse brachten.

Mit viel Geld würde es ein einfaches sein, die Menschen zu einem bedürfnisgerechten Leben zu bewegen. Der Mensch ist glücklich, wenn er sich für eine grosse Aufgabe einsetzen kann. Darauf beruhen die grossen Kulturen und Errungenschaften. Diese Eigenschaft des Menschen muss für das grosse Ziel des Überlebens eingesetzt werden, und nicht für die sinnlose Zerstörung der Lebensgrundlage.

1944 sollte mein Vater mit viel Risiko Liebesgaben von der Schweiz ins nationalsozialistische Österreich schmuggeln. Als sie ankamen, wurden sie stolz abgewiesen mit der Begründung: "Wir haben, was wir brauchen". 30 Jahre später traf ich die gleichen Leute. Die Begegnung kreiste nur über die Eier- und Butterpreise. Sie waren von begeisterten Verfechtern des Nationalsozialismus zu sinnlosen Jammereinheiten umfunktioniert worden.

Dass Neurotiker wie Hitler diese Bedürfnisse des Menschen, für etwas Grosses und Sinnvolles zu leben, massiv missbrauchten, davon darf man sich nicht ablenken lassen. Die Menschheit für ein positives Ziel zu mobilisieren ist ein einfaches Marketing-Problem.


Überlebens-Marketing

Hier wurde versucht, quer durch die Kulturen und Religionen zu denken, die das Handeln des Menschen bestimmen. Der Mensch muss endlich anfangen zu denken. Die Religionen sicherten das Überleben von Volksgruppen und Gemeinschaften. Auf die neue globale Herausforderung geben sie keine Antwort. Sie haben dem jetzigen System den Boden vorbereitet, indem sie den Ursprung des Menschen verschleiert und die Urwünsche des Menschen auf ihre Ziele kanalisiert haben. Dem Menschen muss klargemacht werden, dass er von einer "positiven" Manipulation durch die Religionen in ein Manipulationssystem gefallen ist, das ihn selbst zerstört. Glücklicher ist er dadurch nicht geworden. Im Gegenteil: Über 90% der Partnerschaften gehen in die Brüche oder die Partner widern sich an, ohne dass man es hinterfragt. Das System muss gebrochen werden, mit einem positiven, auf das Überleben ausgerichteten Ansatz. Alle unsere Gefühle und Wünsche müssen auf ihren Ursprung analysiert werden. Wir müssen unseren kranken Geist und unseren Ursprung akzeptieren und Strategien entwickeln, wie wir unsere Wünsche und Neurosen auf das Überleben umpolen können.

Die Führer und Bestimmer dieses Systems müssen jetzt wirkliche Führung übernehmen und sich vom Hackordnungsdenken lösen. Jetzt können sie sich für die Menschheit verdient machen und eine neue Weltgeschichte einleiten. Wir brauchen die neuen Gesetze Moses', die nur auf einem beruhen können: "Denken, denken, denken". Kultur darf nicht mehr Perfektion der Perversion sein. Kultur muss Bändigung des kranken menschlichen Geistes auf grosse soziale und ethische Ziele sein.

Im letzten Messeblatt haben wir ausgedrückt, dass wir unsere bescheidenen Mittel, soweit es uns möglich ist, für dieses eine Ziel einsetzen. Ständen uns jetzt 500 Millionen zur Verfügung, wir sind überzeugt, wir könnten die Schweiz in 2 Jahren auf ein neues Denken umschwenken. Als erstes würde eine Gruppe von Wissenschaftern die verschiedenen Religionen, Kulturen und Staatsgebilde, Politiker und Persönlichkeiten auf ihre Überlebensstrategien und Neurosen analysieren, wie es in diesem Artikel ansatzweise gemacht wird. In Zeitungen und Filmen würde dieses Denken verbreitet.

Der Markt dafür muss gross eingeschätzt werden. Und für allfällige Investoren: Die Investition wird sich schnell zurückzahlen. Man denke an die Eltern von Drogenabhängigen, die mit unheimlichem Leid hilflos zusehen müssen. Den Drogenabhängigen muss klar gemacht werden, dass sie die manipulierten Krieger eines korrupten Systems sind, wo einige wenige von ihrer Tragödie profitieren. Wenn sie einsehen, wie sie von allen verarscht werden, werden sie anfangen zu denken. Denn was der Mensch am meisten hasst, ist für dumm verkauft zu werden.

All denen, die sich ungerecht am System bereichern, muss klar gemacht werden, dass sie dadurch genau das Gegenteil erreichen von dem, was sie sich wünschen. Der Primat Mensch wünscht sich im Grunde nur eines. Die Anerkennung durch das andere Geschlecht. Das System macht ihn unzufrieden und suggeriert ihm, dass er durch Geld seine Defizite wettmachen kann. Verkauft er seine Seele dafür, kommt er in den Teufelskreis, dass er immer hässlicher wird und mit immer mehr Geld das wettzumachen versucht. Greift das System über auf die herrschende Schicht, wie es in den "Demokratien" heute den Anschein macht, werden alle mit Blindheit geschlagen.

Schon Moses hat sein Volk ermahnt: "Du sollst dich nicht durch Geschenke bestechen lassen, denn Geschenke machen die Sehenden blind und verdrehen die Sache derer, die im Recht sind." ( 2.23.8)

Der Mensch ist auf Überleben programmiert. Wir haben 50'000 Generationen überlebt; werden wir die nächsten 100 auch noch überleben? Wir haben das Kapital, die kommunikativen Mittel und den Geist, der uns die Atombombe beschert und uns auf den Mond gebracht hat. Es wird Zeit, den Geist über uns selber einzusetzen.


Persönlichkeiten...

...aus der Sensorbranche im Lichte dieses Artikels und ein spöttischer Hund. Ein bisschen Salz in die Suppe für Insider und in der Hoffnung, dass einer vor Gerichte klagt. Dann muss man sich wenigstens mit diesem Denken auseinandersetzen.


Häuptling "Langer Schatten"
(Häuptling Mannesmann/Hydac)

Neurotischer Muschelsammler, der seinen Mangel an Charisma durch Macht kompensieren will. Besitzt hervorragenden Fährtenriecher.

Der Stamm des Häuptlings "Spöttischer Hund" war kaum 10 Krieger stark, erschien er persönlich in deren Jagdgründen, um den Stamm in seinen Nebenstamm zu integrieren. Als er als Häuptling des grossen Stammes der Mannesmänner erfährt, dass der Stamm von "Spöttischer Hund" eine Eingliederung in deren Stamm in Betracht zieht, schickt er straks einen Abgesandten seines Nebenstammes zu Verhandlungen. Jetzt wird "Langer Schatten" vor das Ältestengericht gezerrt.

Was soll der Quatsch! Wenn es Zaungästen sofort klar war, wer hier der Häuptling ist, dann wussten es alle Führer des grossen Stammes und alle Mitglieder des Nebenstammes umso mehr. Und sie liessen ihn gewähren, weil sie von seiner Leistung weiter profitieren wollten.

Jetzt, wo er ausgeschieden ist, können sie nicht mehr profitieren, und wollen richten. Und die Hundertschaften, denen Häuptling "Langer Schatten" Lagerplatz und Existenz aufbaute in einem strukturell schwachen Gebiet, wollt ihr sie alle vertreiben?

Geschadet hat "Langer Schatten" niemandem, ausser einigen Neurotikern ein paar Muscheln entzogen. Jetzt sollte er sie für das grosse Problem des Überlebens einsetzen.


Häuptling "Grosse Sonne"
(Häuptling Endress+Hauser)

Nach biblischem Muster ist der Stamm des Häuptlings "Grosse Sonne" aufgebaut. Ehre sei dem Stammvater, den Söhnen und dem ganzen Stamm. Die Gesetze des Häuptlings werden mit den Gesetzen Moses verglichen. Wie zu biblischen Zeiten wird im Revier gewütet, Verdrängung und Mehrung der Macht des eigenen Stammes auf die Fahnen gehisst.

Mit einfachen, markigen Sätzen wie "Schaffe, net schwätze" treibt er die Krieger an. Es funktioniert, erstaunlich.

Der Umweltzerstörung wird nach Hausfrauenart begegnet. Die Nachfolgeregelung wird rührend beschrieben.

Die Söhne machen das brav mit. Wer kann schon widerstehen, wenn ihm in der Hackordnung ein viel höherer Rang zugeteilt wird, als es seinem Naturell entspricht? Er wird sein Leben lang seine Zeit damit verbringen, seinen Platz zu rechtfertigen. Querdenken im Gehege der Familienstruktur ist angesagt. Das funktionierte im fürstlichen Mittelalter, als die Bürger von der Religion tiefgehalten wurden.

Keine Missverständnisse, die Söhne des Häuptlings "Grosse Sonne" sind nette Typen wie Prinz Charles. Aber um einen Stamm dieser Grösse zusammenzuhalten sind seltene Eigenschaften verlangt. Eigenschaften, die durch Zucht verdrängt wurden. Je weiter entfernt die Kulturen vom Hordenwesen sind, umso seltener treten solche Eigenschaften hervor. Man nennt eine solche Eigenschaft eine "atavistische". Die Jungfrau von Orlean war eine atavistische Erscheinung. Keiner wäre auf die Idee gekommen, mit ihr als Urmutter ein neues Königshaus zu züchten. Napoleon war eine atavistische Erscheinung. Hätte es in den Frankenlanden wie zu gleicher Zeit in deutschen Landen Dutzende davon gegeben, Napoleon wäre nicht über Korsika hinausgekommen. Die Nachfolger waren schlappe Schwänze, wie der Volksmund sagt, was auf den Zusammenhang zwischen sexueller Potenz und Häuptlingseigenschaften hinweist, ein Zusammenhang, den der Hordenursprung erklärt.


Häuptling "Spöttischer Hund"
(Häuptling KELLER)



Neurotischer Weltverbesserer. Mit 15 wollte er Papst oder Heiliger werden.

Dann wollte er Häuptling eines grossen Stammes werden, wurde aber in den Stämmen, in denen er jagte, nie zu höheren Weihen auserwählt:

"Too good to be fired, too provocative to be promoted".

"Spöttischer Hund" gründete eigenen Stamm. Seine spöttische Zunge verdirbt dem Stamm viele Tauschgeschäfte, aber erlaubt ihm das freie Querdenken.

"Spöttischer Hund" lebt nach der Devise seiner weisen Ahnen: "Sohn, frei bist du, wenn du nicht in Ärsche kriechen musst. Reich bist du, wenn du es ihnen sagen darfst. Weise bist du, wenn du es ihnen nicht mehr sagen musst".






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